▼ Zielgruppen ▼

Humboldt-Universität zu Berlin - Vergleichende Analyse Politischer Systeme

Vergleichende Analyse Politischer Systeme

Forschung und Lehre am Lehrbereich Vergleichende Analyse politischer Systeme befassen sich mit den Auswirkungen politischer Institutionen auf politische Prozesse und deren Ergebnisse in vergleichender Perspektive. Im Mittelpunkt unserer Forschung stehen die Wechselwirkungen zwischen Ideen, Interessen und Institutionen. Daraus werden Erklärungen für unterschiedliche politische Phänomene entwickelt. Insbesondere arbeiten wir an der Klärung der Fragen, warum sich manche Interessen in politischen Prozessen besser durchsetzen können als andere; warum bestimmte Wählerschichten in bestimmten politischen Systemen größere Beachtung in der Politik finden als in anderen; und woraus sich die Variation der politischen Mobilisierung in Zeit und Raum ergibt, die wir beobachten können.

Jedoch ist der Einfluss politischer Institutionen auf politische Prozesse und deren Ergebnisse kein direkter, der für sich genommen zur Klärung dieser Fragen herangezogen werden könnte. Die Wahrnehmung einzelner Akteure, deren kognitive Schemata sowie Eigenheiten des politischen Wettbewerbs sind weitere Variablen, die Auswirkungen auf die Aggregation und Artikulation bestimmter Interessen innerhalb verschiedener Gesellschaftssysteme haben. Um die Effekte dieser Variablen auf einer breiten empirischen Basis zu ergründen, umfasst unser Forschungsprogramm Untersuchungen unterschiedlicher politischer Phänomene in verschiedenen Politikbereichen. So zum Beispiel Arbeiten zur Gesundheits-, Renten- und Umweltpolitik; zu Landwirtschafts- und Firschereiabkommen der Europäischen Union und der Welthandelsorganisation (WTO); den Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger zur EU und der europäischen Integration; zur Entwicklung der Arbeiterbewegung in vergleichender, historischer Perspektive; zu politischen Fragen der Bio-Ethik; sowie zu Ursachen und Wandel des Wahlverhaltens und der Wahlsysteme.

Theoretisch sind unserer Arbeiten in die Institutionentheorie, insbesondere die Vetopunkte Theorie und den historischen Institutionalismus eingebettet. Aber auch Theorien der politischen Psychologie, der Rationalität oder Irrationalität und die Bedeutung des Zeitfaktors in der Verhandlungsanalyse werden in den verschiedenen Forschungsprojekten des Lehrbereichs angewandt und weiterentwickelt.

Unser Kursangebot für BA- und MA-Studierende sowie Doktoranden bietet den Teilnehmern Einblick in verschiedene substanzielle und methodologische Fragestellungen der vergleichenden Politikwissenschaft. Im Einzelnen bieten wir Kurse zu den folgenden Themenbereichen an:

 

  • Vorlesung und Grundkurs „Einführung in die internationalen Beziehungen“
  • Pro- und Hauptseminare zu Parteien- und Parteiensystemforschung, vergleichende politische Institutionenforschung, vergleichende Politikfeldanalyse, Europäische Integration, Konflikttheorie und sozialen Bewegungen.
  • Lektürekurse zu Demokratietheorien, Neo-Institutionalismus, Staatstheorie, Theorien der vergleichenden Politikfeldanalyse, Wohlfahrtsstaatstheorien, Rationalität in politischen Entscheidungsfindungsprozessen, Klassiker der vergleichenden Politikwissenschaft und Klassiker der politischen Ökonomie
  • Methodenseminare zu Untersuchungsdesigns, vergleichenden Fallstudien, Experimenten, Netzwerk- und Fuzzy-Set-Analyse, Simulationen, sowie qualitativer und quantitativer Datenanalyse
In diesen Fachgebieten betreuen wir Doktoranden sowohl direkt am Lehrbereich als auch im Rahmen des Graduiertenprogramms der Berlin Graduate School of Social Sciences.