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Humboldt-Universität zu Berlin - Allgemeine Soziologie

Allgemeine Soziologie

Die Aufgaben der Allgemeinen Soziologie

Die allgemeine Soziologie beschäftigt sich in erster Linie mit der Geschichte der Soziologie, klassischen und zeitgenössischen Theorien und der Kultursoziologie. Als Grundlagenfach für die Sozialwissenschaften wirft sie darüber hinaus Grundprobleme auf, die das gesamte gesellschaftliche Leben prägen: Macht, Herrschaft, Gewalt und Disziplin, soziale Ungleichheit und soziale (Un-)Gerechtigkeit, soziale Konflikte und soziale Integration, soziale Klassen und gesellschaftliche Milieus, soziale Bewegungen und gesellschaftliche Institutionen. Schließlich reflektiert sie auf die Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis, ihrer Validität, Reliabilität und Objektivität. Dieses erkenntnis- und wissenschaftstheoretische Interesse verbindet sie mit der Königsdisziplin der Philosophie einerseits, der Wissenschaftstheorie, Wissenschaftsgeschichte und der Wissenssoziologie andererseits. Die allgemeine Soziologie verfolgt deshalb stets auch die Ideengeschichte, historische Semantiken und Genealogien von Problemen, Themen, Theorien, Analysen und Zeitdiagnosen. So reicht die allgemeine Soziologie hinein in die Sozial- und politische Philosophie einerseits, die Wirtschafts- und Sozialgeschichte wie auch die Politik- und Kulturgeschichte andererseits.

Die Soziologie gilt als eine relativ „junge Wissenschaft“ im Vergleich zu den klassischen Fakultäten und Fächern, da sie erst mit dem Aufstieg der modernen Gesellschaft im 19. Jahrhundert entstanden ist. Konsequent bezeichnet ihr Gegenstand die moderne Gesellschaft oder kurz: die Moderne. Die allgemeine Soziologie betrachtet die Moderne durch die Brille der drei oben genannten Bereiche: Die Geschichte der Soziologie, die klassischen und zeitgenössischen Theorien und die Kultursoziologie. Sie rekonstruiert die wichtigsten Klassiker und ihre Probleme: Karl Marx und die Entstehung des Kapitalismus; Alexis de Tocqueville und den Aufstieg der Demokratie; Emile Durkheim und die Probleme von gesellschaftlicher Arbeitsteilung und sozialer Solidarität; Georg Simmel und der Siegeszug einer Kultur des Individualismus; Max Weber und die Rationalisierung der Welt. Durch die Moderne bleiben die Klassiker in der Soziologie lebendig, denn ihre Probleme sind auch noch unsere Probleme 200 Jahre später. Die Moderne ist nach wie vor durch drei große Spiele definiert, die unser Leben und unsere Lebensführung bestimmen: Das ökonomische Spiel ist der Kapitalismus; das politische Spiel ist die Demokratie und das kulturelle Spiel ist der Individualismus. Dieser moderne Grundzug des westlichen Gesellschaftstypus gilt abstrakt weiter, obwohl sich Kapitalismus, Demokratie und Individualismus seit dem 19. Jahrhundert konsequent weiter entwickelt haben.

Das Lehrprogramm und die Forschungsprojekte der Allgemeinen Soziologie an der Humboldt-Universität sind diesem Rahmen verpflichtet.

Der Lehrbereich betreut federführend die Redaktion des Berliner Journals für Soziologie.

 
Postanschrift

Humboldt-Universität zu Berlin
Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftliche Fakultät
Institut für Sozialwissenschaften
Allgemeine Soziologie
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10099 Berlin

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10117 Berlin

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